eurocucina-trends-2012

Eurocucina Trends

Wenn wir davon ausgehen, dass die Küche heute einer der komplexesten, vielschichtigsten und technologiereichsten Räume der Wohnung ist; wenn wir dann das nicht unbedeutende Detail hinzufügen, dass das für die Küche bestimmte Design absolut stärker dem Verschleiß unterliegt als das, was dem Rest der Wohnung dient ( die Verwendung von Flüssigkeiten wie Essig und Zitrone, der Transport von heißen Pfannen, das Schneiden, Schnippeln, Schälen und Aufschneiden sind mit aggressiven kriegerischen Aktionen zu vergleichen) wird sofort klar, dass die Studien von Material, Bearbeitung, Scharnieren, sowie der Verteilung und Rationalisierung der Bewegungen bei den Küchenherstellern viel weiter fortgeschritten sind als bei ihren Kollegen, die sich Wohn- oder Schlafzimmern widmen.
Die alle zwei Jahre stattfindende Internationale Küchenmöbelausstellung EuroCucina erlaubt uns die Prüfung dieser These, und gleichzeitig können wir parallel dazu interessante Feststellungen über den Status Quo der zeitgenössischen Innenarchitektur treffen (die Küche ist im Vergleich zum Rest der Wohnung nach wie vor der beste Indikator der Träume und Erwartungen des Bewohners).
Bei dem Projekt „Frame” von Elisa und Stefano Giovannoni für Veneta Cucine sehen wir, dass sich die Küche sogar von ihrem Verhältnis zur Wand löst: „Frame” lebt im Mittelpunkt des Raumes und ermöglicht eine Benutzung der Ausstattung an zwei Fronten.
Gleichzeitig können wir feststellen, dass die Auflösung des klassischen Blockes mittlerweile ungehemmt propagiert und akzeptiert wird. Die Alternativen sind einerseits freistehende, monofunktionale Elemente (siehe die Möbel „Liberi in cucina” von Alpes Inox), andererseits eine Aggregation, die die Kombination Unterschrank + Oberschrank auflöst, um zu freieren Schemen zu kommen (siehe diesbezüglich das Projekt „HD33” von Massimo Castagna für Rossana).
Ein weiteres stark empfundenes und bearbeitetes Thema ist die Endbearbeitung des Materials. Natürlich darf die ästhetische Erneuerung in diesem Zusammenhang nicht die Leistungserfordernisse vergessen.
Zu den gelungensten Beispielen gehören unter anderem „Icon” von Giuseppe Bavuso für Ernesto Meda, wo für die Oberflächen ein umweltfreundliches und nachhaltiges Material mit der Bezeichnung „iconconcrete” verwendet wird, das ähnlich wie Zement aussieht.
Ein neben dem Material stark im Vordergrund stehendes Thema ist leichtes Aussehen insgesamt, natürlich ohne an Widerstandsfähigkeit einzubüßen. Siehe zum Beispiel „Artex” von Paolo Piva und CR&S für Varenna, wo eine angenehme „Natürlichkeit” des Ganzen anklingt. In anderen Fällen wird das Dünne und Leichte sogar zum Projektelement: ich denke dabei an die Arbeitstheke in der Küche „Slim” von Ludovica und Roberto Palomba für Elmar.
Auch im Küchenambiente, wie im allgemeinen in den Schlaf- und Wohnambientes können wir eine newisse nostalgische Atmosphäre spüren. Diesen Weg hat Diesel gewählt, ein Unternehmen der Modebranche, dass seit einigen Jahren über interessante Partnerschaften Einzug in die Möbelwelt gehalten hat, sich nun mit Scavolini in die Küchenwelt vorwagt und hier gealtertes Material vorschlägt, um einen speziellen Vintage- Effekt zu erzielen, insbesondere durch Eichenholz mit besonders auffallenden Astknoten. Eigenartigerweise schauen auch  Unternehmen, die professionelle Hochleistungsküchen bauen, auf die Vergangenheit (siehe zum Beispiel den Block „P70” von Officine Gullo). Umgekehrt wird bei freistehenden Geräten bei gleicher technologischer Aktualisierung entschieden auf das Pedal der formalen Aktualisierung gedrückt:
außergewöhnlich die Form der von Fabrizio Crisà für Elica entworfenen Abzugshaube „35CC”.

Mailand, 17. April 2012
Press info: Marva Griffin Wilshire

Copyright

Quelle Text: Presse „I Saloni“
Bilder:
“Frame” von Elisa und Stefano Giovannoni by Veneta Cucine
„HD33” von Massimo Castagna für Rossana
„Liberi in cucina“ 2 von Alpes Inox
„Icon” von Giuseppe Bavuso für Ernesto Meda
“Artex” von Paolo Piva und CR&S für Varenna
„Social Kitchen“ von Diesel für Scavolini
„P70“ von Officine Gullo
„35CC” Fabrizio Crisà für Elica Abzugshaube
„Slim” von Ludovica und Roberto Palomba für Elmar.