Wohnkultur
Maniago, die
Nicht weit von der österreichischen Grenze entfernt, im Nordosten Italiens, liegt die Stadt Maniago, in der ganzen Welt auch die "Stadt der Messerwaren" bekannt. Hier wohnen ca. 100.000 Einwohner, viele davon arbeiten in den insgesamt 200 Betrieben, die sich ausschließlich mit der Produktion von Schneidewerkzeugen aller Art beschäftigen. Hier wird etwa die Hälfte der italienischen Messerproduktion hergestellt. Die größeren Betriebe sind auch auf den Export ausgerichtet, wobei der wichtigste ausländischer Markt Deutschland ist, gefolgt von Frankreich und, mit großen Abstand, von den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Griechenland. Der "distretto delle coltellerie" oder Messerdiskrikt, kann auf eine Jahrhundert alte Tradition zurückblicken. Der Name des Ortes geht auf die Zeit der römischen Besetzung zurück. Laut alten Überlieferungen existierte schon zur Zeit der Römer in der Nähe des Colveratals, von wo auch der gleichnamige Fluss kommt, eine Eisenmine. Die entscheidenden Elemente für die Entwicklung der Schmiedekunst in Maniago waren folgende:
- die Ansiedlung von Grobschmieden oder "battiferri" längs des Kanals, den Graf Nicolò 1453 hatte erbauen lassen, und die Produktion der Waffen für die Seerepublik Venedig,
- im 18. Jahrhundert das Aufkommen von kleinen Handwerksbetrieben in den Wohnungen;
- Anfang des 20. Jahrhunderts die Ansiedlung der ersten Werkstätten.
Als Datum für den Beginn der Geschichte der Schmiede von Maniago kann deswegen das Jahr 1453 angesehen werden. als Graf Nicolò das Wasser des Colvera in einen Kanal leiten ließ, vor allem um die umliegenden Felder besser bewässern zu können. Längs dieses Kanals wurden verschiedene Schmiedewerkstätten und Arbeitsräume errichtet. Die Wasserkraft erlaubte es dem Grobschmied, Werkzeuge für die verschiedensten Verwendungszwecke zu schmieden. Ende des 18. Jahrhunderts begannen einige Schmiede, Schneidwerkzeuge in kleineren Dimensionen herzustellen. So entstanden die Werkstätten der "Feinschmiede", bei deren Arbeit mehr die Präzision zählte und weniger der Energieaufwand. So konnte auch die Ecke in der Küche zum Arbeitsplatz werden, diese Art von Tätigkeit hat schließlich große Bedeutung erlangt für die gesamte Gemeindestruktur.
Die handwerkliche Tätigkeit in den kleinen Betrieben, die fast ausschließlich im familiären Rahmen arbeiteten, erlebte in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts einen Aufschwung, der ein eigenes Vertriebssystem erforderte; den Anfang machten die ambulanten Händler des Cellinatals.
1887 entstand mit zirka 200 Mitgliedern und dem Ziel, Sorge zu tragen für den Verkauf der Produkte, die "Genossenschaft der preisgekrönten Schmiedeindustrie von Maniago".
1907 übernimmt ein Deutscher, Albert Marx, die Genossenschaft und baut die erste Fabrik in Maniago. Die Wichtigkeit seines Unternehmens liegt auch in der Tatsache, dass es als Modell gedient hat für den Aufbau kleinerer Werkstätten. In den Betrieben zur Messerherstellung wird elektrische Energie verwendet und folglich gibt es für den Standort keine Beschränkungen mehr. Der Arbeitsgang an den Schleifmaschinen hat die Arbeit in der Messerherstellung am meisten gekennzeichnet. Die Möglichkeit, im gleichen Raum viele verschiedene Maschinen aufstellen und so die verschiedenen Phasen des Produktionsprozesses rationalisieren zu können, hat in beachtlicher Weise Anzahl und Typenvielfalt der fertiggestellten Stücke gesteigert.
Ein Leitsatz gilt für alle Erzeuger der kleinen italienischen Stadt: "Wirklich gut ist ein Messer auch, wenn es auch gut schneidet". Und dafür sind die Messer aus Maniago europaweit berühmt.
Maniago ist heute wie in der Vergangenheit eine Symbiose von ständig sich weiter entwickelnden Betrieben und herausragenden kulturellen und künstlerischen Veranstaltungen, die von den verschiedenen auf Gemeindegebiet tätigen Vereinigungen organisiert werden. Seit 1998 wird z.B. ein Internationales Wettbewerb für Design von Schneidewerkzeugen von der Stadt Maniago und der Region Friaul organisiert.
- die Ansiedlung von Grobschmieden oder "battiferri" längs des Kanals, den Graf Nicolò 1453 hatte erbauen lassen, und die Produktion der Waffen für die Seerepublik Venedig,
- im 18. Jahrhundert das Aufkommen von kleinen Handwerksbetrieben in den Wohnungen;
- Anfang des 20. Jahrhunderts die Ansiedlung der ersten Werkstätten.
Als Datum für den Beginn der Geschichte der Schmiede von Maniago kann deswegen das Jahr 1453 angesehen werden. als Graf Nicolò das Wasser des Colvera in einen Kanal leiten ließ, vor allem um die umliegenden Felder besser bewässern zu können. Längs dieses Kanals wurden verschiedene Schmiedewerkstätten und Arbeitsräume errichtet. Die Wasserkraft erlaubte es dem Grobschmied, Werkzeuge für die verschiedensten Verwendungszwecke zu schmieden. Ende des 18. Jahrhunderts begannen einige Schmiede, Schneidwerkzeuge in kleineren Dimensionen herzustellen. So entstanden die Werkstätten der "Feinschmiede", bei deren Arbeit mehr die Präzision zählte und weniger der Energieaufwand. So konnte auch die Ecke in der Küche zum Arbeitsplatz werden, diese Art von Tätigkeit hat schließlich große Bedeutung erlangt für die gesamte Gemeindestruktur.
Die handwerkliche Tätigkeit in den kleinen Betrieben, die fast ausschließlich im familiären Rahmen arbeiteten, erlebte in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts einen Aufschwung, der ein eigenes Vertriebssystem erforderte; den Anfang machten die ambulanten Händler des Cellinatals.
1887 entstand mit zirka 200 Mitgliedern und dem Ziel, Sorge zu tragen für den Verkauf der Produkte, die "Genossenschaft der preisgekrönten Schmiedeindustrie von Maniago".
1907 übernimmt ein Deutscher, Albert Marx, die Genossenschaft und baut die erste Fabrik in Maniago. Die Wichtigkeit seines Unternehmens liegt auch in der Tatsache, dass es als Modell gedient hat für den Aufbau kleinerer Werkstätten. In den Betrieben zur Messerherstellung wird elektrische Energie verwendet und folglich gibt es für den Standort keine Beschränkungen mehr. Der Arbeitsgang an den Schleifmaschinen hat die Arbeit in der Messerherstellung am meisten gekennzeichnet. Die Möglichkeit, im gleichen Raum viele verschiedene Maschinen aufstellen und so die verschiedenen Phasen des Produktionsprozesses rationalisieren zu können, hat in beachtlicher Weise Anzahl und Typenvielfalt der fertiggestellten Stücke gesteigert.
Ein Leitsatz gilt für alle Erzeuger der kleinen italienischen Stadt: "Wirklich gut ist ein Messer auch, wenn es auch gut schneidet". Und dafür sind die Messer aus Maniago europaweit berühmt.
Maniago ist heute wie in der Vergangenheit eine Symbiose von ständig sich weiter entwickelnden Betrieben und herausragenden kulturellen und künstlerischen Veranstaltungen, die von den verschiedenen auf Gemeindegebiet tätigen Vereinigungen organisiert werden. Seit 1998 wird z.B. ein Internationales Wettbewerb für Design von Schneidewerkzeugen von der Stadt Maniago und der Region Friaul organisiert.









