Wohnkultur


Kristallglasproduktion von (Hügel) Colle Val d'Elsa in der Toskana


Kurze Geschichte des Glases

Glas wurde ca. 5.000 v. C. im Orient erstmals hergestellt, vermutlich bei den Phöniziern oder den Ägyptern. Schon in den Ägyptischen Gräbern aus dem 4-5 Jahrtausend v. C. sind Glasgegenstände und Amulette gefunden worden. Die Glasindustrie erlebte eine starke Entwicklung bei den Römern, Cicero schrieb: "Sehr arm ist derjenige, dessen Haus nicht mit Glas dekoriert ist".
Durch die Kontakte mit Byzanz wird die Glaskunst im Mittelalter nach Venedig exportiert und von hier nach ganz Europa, besonders nach Böhmen.

Die Entstehung des Kristallglases

Das Kristallglas (Bleikristall) entsteht um 1700 und zeichnet sich aus durch seine außerordentliche Schönheit und Eleganz. Aus diesen Gründen wurde es ein Symbol für Reichtum und fand sich früher vor allem in den feineren und luxuriöseren Wohnungen.
Auch in unseren Tagen, obwohl oft auch in "normalen" Wohnungen zu finden, ist der Glanz eines Kristallglases genauso faszinierend wie in früheren Zeiten.

Was unterscheidet Kristallglas vom traditionellen Glas?

Kristall ist eine Form von Glas, das einen Bleioxidgehalt (PbO) von mindestens 24% enthält. So wird eine Erhöhung der Glasdichte und somit der Lichtbrechung erreicht. Je größer der Gehalt an Bleioxid, desto breiter ist das Farbenspektrum, das man erhält. Wenn man es schneidet und poliert, erreicht man eine stärkere Färbung und einen größeren Glanz als bei traditionellem Glas.

Das Kristallglas von Colle Val d'Elsa

Die Kristallglasproduktion von Colle Val d'Elsa in der Provinz Siena beschäftigt über tausend Arbeiter. Hier wird von den größeren und kleineren Handwerksbetrieben fast die gesamte Kristallglasproduktion Italiens sowie ca. 15% der Weltproduktion hergestellt.

Kurze Geschichte der Kristallglasproduktion von Colle Val d'Elsa

Die Kristallglasproduktion von Colle Val d'Elsa geht auf das XIV. Jahrhundert zurück. Der Großherzog von Florenz verbot 1577 den Gebrauch von auswärtigen Glas im Florentinischen Staat. Somit sollte dieses Edikt die Glasproduktion von Colle Val d'Elsa - die einzige in der Republik Florenz - schützen. Von moderner Glasindustrie kann man aber erst Anfang des XIX Jahrhundert sprechen: 1820 eröffnet der französische Glasmacher Francesco Mathis eine Hütte in den Räumen eines früheren Augustinerklosters. Die ausgedehnten Waldgebiete der Umgebung und das Vorhandensein der für die Glasherstellung benötigten Rohstoffe - Quarz, Mangan und Barium- ließen die Wahl auf die "Stadt von Arnulf" fallen.

Von 1834 bis 1889 - seinem Todesjahr - wurde die Fabrik von dem aus Böhmen stammenden Giovanni Battista Schmid geführt.

1870 produzierte die Fabrik ca. 80.000 Gläser und beschäftigte 170 Arbeiter. Mit dem 1885 errichteten Bahnanschluss wurde die Stadt an das nationale Bahnnetz angeschlossen: das gab der Glasindustrie einen neuen Impuls.

Im XX. Jahrhundert entstehen neuen Fabriken: Die "Modesto Boschi e C. " beschäftigt bis zu 700 Arbeiter und produziert ab 1930 auch Glas für die Industrie und die Chemie.
1953 schließt die "Modesto Boschi e C." und einige der früheren Mitarbeiter gründen einige kleinere Unternehmen oder Handwerksbetriebe.

Heute wird 55% der Produktion von Colle Val D'Elsa nach Großbritannien, Deutschland und den USA exportiert.

Das Gütesiegel des Kristalls von Colle Val d'Elsa

Ein roter Pferdekopf mit einer feuriger Mähne: das Pferd ist das Symbol der Stadt und die rote Mähne erinnert an das Feuer der Glashütten. Das ist gleichzeitig Symbol und Gütesiegel des Kristalls von Colle Val d'Elsa, garantiert Kunden und Händlern die herausragende Qualität des Kristalls, ähnlich wie bei den Weinen das DOC-Zeichen und wird von dem Consorzio del Cristallo di Colle Val d'Elsa vergeben.

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www.cristallo.org

www.arnolfodicambio.com

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