Wohnkultur
Faenza: die Stadt der Keramik, ist weltweit für seine Keramikherstellung bekannt.
Kurze Geschichte der Keramik aus Faenza
Die erdtonhaltige Umgebung machte schon im Mittelalter aus Faenza ein Töpferzentrum. In den ersten Jahrhunderten nach dem Jahr 1000 wurde die Töpferkunst vervollkommnt. Vor der Dekoration wurde die Ware mit einem weißen Belag überzogen. Darauf wurde entweder mit scharffeuerfarben bemalt (Majolika) oder mit dem Stichel geritzt (faenza ingobbiata e graffita).
Dieser "stile arcaico" stellt Töpferwaren für den Hausgebrauch mit Motiven und Muster aus der Pflanzen- bzw. Tierwelt her.
Am Ende des Mittelalters wird der Glasüberzug der Majoliken fester und gewinnt neue Farben, z.B. ein kräftiges Gelb und ein leuchtendes Tiefblau.
Die Zeit der Frührenaissence ist geprägt von neuen Dekorationsmustern: zuerst noch von den byzantinischen, dann von den gotischen Dekorationsmustern mit mittel- und fernöstlichen Einflüssen.
Ende des 15., Anfang des 16. Jh. hat die Majolikakunst einen hohen Grad technischer Perfektion erreicht. Die typischen Renaissancemuster sind: Rosetten, Blütenformen und auch menschliche Gestalten, z.B. Damen, Musikanten, allegorische Figuren. Die Keramikkünstler (meist unbekannte Künstler, die ihre Werke mit einem Monogramm auf der Rückseite signierten) malen in dieser Zeit biblische und mythologische Gestalten und Erzählungen; bekannt als die Phase des sogenannten istoriato (Wiedergabe von Erzählungen).
Der "Stile compendiario" der Mitte des 16. Jh.s zeigt ein hohes dekoratives und chromatisches Niveau. Die durch ihre stark deckende Weißglasur charakterisierten "bianchi di Faenza" sind mit zart leuchtenden Farben und filigranen Ornamenten dekoriert. Dieser Stil wurde auch im Ausland so berühmt, dass das Wort "Fayence" (Faenza) bald Synonym für Majolikakeramik gebraucht wurde und behauptete sich über ein Jahrhundert lang für die üblichen Gebrauchsgegenstände.
Vom 18. Jahrhundert an ist Ferniani für zwei Jahrhunderte die wichtigste Manufaktur Faenzas. Die exotischen Motive geben dem neuen Stil seinen Namen ("Chinoiseries"). Namen von Keramikmalern wie Benini, Ragazzini und Filippo Comerio und von Bildhauern wie Alessandro Tomba, Giambattista Sangiorgi u.a. werden bekannt
Im 19. Jh. werden die Techniken der alten Meister und die "raffaeleske" Verzierung wieder aufgewertet. Um 1870 gründet der Majolikamaler Achille Farina zusammen mit einer Gruppe fähiger Dekorateure eine Schule zum Malen der Majolika.
Ende des 19. Jh. schließen die Firma Ferniani und weitere kleine Manufakturen. Wenige Jahrzehnte später werden einige alte Werkstätten unter einer einzigen Leitung, die "fabbriche riunite di ceramica" wiedergeöffnet.
Faenza und die Keramik heute
Faenza ist auch heute eine der bedeutendesten Zentren der modernen Keramik.
Sie bewahrt die größte Keramiksammlung der Welt in ihrem Internationalen Keramikmuseum. Zu bewundern sind dort immense Sammlungen antiker Keramik sowie zeitgenössische Stücke, aber auch Werke internationaler Künstler wie Picasso und Chagall.
Alle zwei Jahre wird ein internationaler Keramikwettbewerb veranstaltet. Die Stadt beherbergt eine renommierte Keramikschule und im Sommer finden viele Workshops von bekannten italienischen Keramikern statt.
Außerdem finden jedes Jahr die Meisterschaften im Freidrehen auf der Piazza statt: Ausgestattet mit 5 Kg Ton müssen die Teilnehmer in einer halben Stunde durch Drehen eine Schüssel und einen Zylinder herstellen. Sieger sind diejenigen, die bei der Schüssel den weitesten Durchmesser und beim Zylinder die höchste Röhre erreicht haben.
http://www.ceramichedifaenza.it
http://www.enteceramica.it
Madeinitaly.de Link-Empfehlung
http://www.micfaenza.org
Die erdtonhaltige Umgebung machte schon im Mittelalter aus Faenza ein Töpferzentrum. In den ersten Jahrhunderten nach dem Jahr 1000 wurde die Töpferkunst vervollkommnt. Vor der Dekoration wurde die Ware mit einem weißen Belag überzogen. Darauf wurde entweder mit scharffeuerfarben bemalt (Majolika) oder mit dem Stichel geritzt (faenza ingobbiata e graffita).
Dieser "stile arcaico" stellt Töpferwaren für den Hausgebrauch mit Motiven und Muster aus der Pflanzen- bzw. Tierwelt her.
Am Ende des Mittelalters wird der Glasüberzug der Majoliken fester und gewinnt neue Farben, z.B. ein kräftiges Gelb und ein leuchtendes Tiefblau.
Die Zeit der Frührenaissence ist geprägt von neuen Dekorationsmustern: zuerst noch von den byzantinischen, dann von den gotischen Dekorationsmustern mit mittel- und fernöstlichen Einflüssen.
Ende des 15., Anfang des 16. Jh. hat die Majolikakunst einen hohen Grad technischer Perfektion erreicht. Die typischen Renaissancemuster sind: Rosetten, Blütenformen und auch menschliche Gestalten, z.B. Damen, Musikanten, allegorische Figuren. Die Keramikkünstler (meist unbekannte Künstler, die ihre Werke mit einem Monogramm auf der Rückseite signierten) malen in dieser Zeit biblische und mythologische Gestalten und Erzählungen; bekannt als die Phase des sogenannten istoriato (Wiedergabe von Erzählungen).
Der "Stile compendiario" der Mitte des 16. Jh.s zeigt ein hohes dekoratives und chromatisches Niveau. Die durch ihre stark deckende Weißglasur charakterisierten "bianchi di Faenza" sind mit zart leuchtenden Farben und filigranen Ornamenten dekoriert. Dieser Stil wurde auch im Ausland so berühmt, dass das Wort "Fayence" (Faenza) bald Synonym für Majolikakeramik gebraucht wurde und behauptete sich über ein Jahrhundert lang für die üblichen Gebrauchsgegenstände.
Vom 18. Jahrhundert an ist Ferniani für zwei Jahrhunderte die wichtigste Manufaktur Faenzas. Die exotischen Motive geben dem neuen Stil seinen Namen ("Chinoiseries"). Namen von Keramikmalern wie Benini, Ragazzini und Filippo Comerio und von Bildhauern wie Alessandro Tomba, Giambattista Sangiorgi u.a. werden bekannt
Im 19. Jh. werden die Techniken der alten Meister und die "raffaeleske" Verzierung wieder aufgewertet. Um 1870 gründet der Majolikamaler Achille Farina zusammen mit einer Gruppe fähiger Dekorateure eine Schule zum Malen der Majolika.
Ende des 19. Jh. schließen die Firma Ferniani und weitere kleine Manufakturen. Wenige Jahrzehnte später werden einige alte Werkstätten unter einer einzigen Leitung, die "fabbriche riunite di ceramica" wiedergeöffnet.
Faenza und die Keramik heute
Faenza ist auch heute eine der bedeutendesten Zentren der modernen Keramik.
Sie bewahrt die größte Keramiksammlung der Welt in ihrem Internationalen Keramikmuseum. Zu bewundern sind dort immense Sammlungen antiker Keramik sowie zeitgenössische Stücke, aber auch Werke internationaler Künstler wie Picasso und Chagall.
Alle zwei Jahre wird ein internationaler Keramikwettbewerb veranstaltet. Die Stadt beherbergt eine renommierte Keramikschule und im Sommer finden viele Workshops von bekannten italienischen Keramikern statt.
Außerdem finden jedes Jahr die Meisterschaften im Freidrehen auf der Piazza statt: Ausgestattet mit 5 Kg Ton müssen die Teilnehmer in einer halben Stunde durch Drehen eine Schüssel und einen Zylinder herstellen. Sieger sind diejenigen, die bei der Schüssel den weitesten Durchmesser und beim Zylinder die höchste Röhre erreicht haben.
http://www.ceramichedifaenza.it
http://www.enteceramica.it
Madeinitaly.de Link-Empfehlung
http://www.micfaenza.org


















