Wohnkultur


Spilimbergo das "Zentrum der Mosaikkunst"


"Mosaikkunst"

Das Wort "Mosaik" stammt von "Musen". In der griechischen Mythologie sind die Musen die neun Töchter von Zeus, die Beschützerinnen der Wissenschaften und der Künste. So ist Mosaik eine alte Bezeichnung für eine antike Kunstform.

Mosaiken entstehen durch das Zusammensetzen von kleinen Stückchen von unterschiedlichem Material, wie z.B. Glas, Keramik, Naturstein oder Ton.

Das erste Fußbodenmosaik ist in Kleinasien gefunden worden, es wird auf das 8. Jh. v. Ch. datiert und besteht aus Kieselsteinen. Im Laufe der Jahrhunderte wird die Oberfläche der Kieselsteine geglättet, farblich sortiert, sogar mehrfarbig. Ab dem 4. Jh. stellen die Mosaiken religiöse Motive dar, und auf das 5. Jh. datieren die ersten byzantinischen Mosaiken von Ravenna (Mausoleum von Galla Placidia). Ravenna (Basiliken San Apollinare in Classe und San Vitale), die "Hagia Sofia" in Istanbul und der Markusdom in Venedig (13. Jahrhundert) sind die größten je realisierten Mosaikwerke. In den darauffolgenden Jahrhunderten wird diese Technik fast nur für horizontale Flächen angewandt. Im 19. Jahrhundert entstehen die ersten Mosaikschulen und -werkstätten zuerst in London, später in Kiew, Paris, Wien und Darmstadt. Am Anfang des 20. Jahrhundert werden Mosaikschulen in Spilimbergo und Ravenna gegründet. Ihr Vorbild ist die Mosaikkunst von Venedig, Ravenna und Aquileia.


Die Mosaikschule in Spilimbergo

Die Mosaikschule von Spilimbergo im Friaul wurde 1922 gegründet.
Dort kann man für jedermann zugängliche Sommerkurse von 50 Stunden als Einführung in die Mosaikkunst besuchen. Die regulären Kurse dauern drei Jahre und bereiten auf den Beruf des Mosaiklegers vor. In der Mosaikschule von Spilimbergo arbeiten namhafte Künstler, wie Dorazio, Finzi, Alviani, Turchiano, Candussio und andere. Hier wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Mosaiken der Klosterkirche St. Iren von Chrysovalandou in Likovrisi Attikis bei Athen und die Mosaiken des Hl. Grabes in Jerusalem vorbereitet. Unter den Mosaiken der Künstler der Schule von Spilimbergo steht das Kürzel SMS als Gütezeichen.


www.scuolamosaicistifriuli.it



Spilimbergo "Stadt der Mosaikkunst"

Im kleinen italienischen Ort Spilimbergo (Friaul), werden die Glassteinchen in Handarbeit hergestellt, die dann auf der ganzen Welt ihren großen Auftritt haben. Dort, hat man auch eine Methode aus dem 16. Jahrhundert wieder belebt, die wie ein Rezept aus der Alchimistenküche klingt. Nach geheimen Vorschriften wird da gemischt, gerührt und gebacken - um am Ende einen wahrhaften Halbedelstein in der Hand halten zu können.

In der Mosaikherstellung kommen stilistische und handwerkliche Fähigkeiten, alte Arbeitstechniken mit modernem Design und aktuellen Markttendenzen in Einklang. Deshalb bemüht man sich in den Mosaikwerkstätten von Spilimbergo, neue Ideen nicht nur für große Flächen (Fußböden und Wände, die nach wie vor zum Erfolg der Mosaikarbeiten der Region beitragen), sondern auch für Gebrauchsgegenstände zu entwickeln. Die in kleinen Serien gefertigten Gegenstände wie Spiegel, Beistelltische, Konsolen und Uhren bilden eine Produktreihe, die dem Wunsch der Verbraucher nach künstlerisch gestalteten Gegenständen gerecht werden. Die große Tradition der Mosaikarbeiten aus Spilimbergo ist auf dem besten Weg, unsere Wohnzimmer zu erobern.

www.comune.spilimbergo.pn.it

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