Branzi, Andrea
Architekt, Designer und Publizist
Andrea Branzi hat in einer seiner zahlreichen Publikationen das Design als zugleich praktische und philosophische Aufgabe beschrieben. Als Querdenker, Anreger, Kritiker und Ausstellungsmacher ist er seit drei Jahrzehnten einer der führenden Köpfe in der Designerdiskussion Italiens. In den 60er Jahren gehörte er zu den wichtigsten Vordenkern des "Radical Designs". Diese Bewegung hatte er 1966 als Mitglied der Gruppe "Archizon", die u.a. mit ihren monumentalen Traumbetten und dem wellenförmigen Knautschlacksofa Superonda für Poltronova humorvoll Funktionalismuskritik betrieb, selbst mitbegrpndet. Keine wichtige Strömung folgte, die Branzi als Theoretiker und Designer nicht mitprägte (wobei es ihm immer um die Sprache der Objekte und nicht um Fragen des rechten Stils zu tun war): das didaktisch orientierte Ausbildungsprojekt Global Tools Mitte der 70er Jahre, danach die Gruppen Alchimia und Memphis. Für Rossi & Arcandi entwarf er die bekannte Sauciere Labrador. Außerdem arbeitete Branzi u.a. für Cassina, Alessi und Zanotta.
* 1939: Florenz
- 1966: Architekturstudium abgeschlossen; Mitbegründer von Archizoom
- 1971: Redakteur bei Casabella (bis 1974)
- 1973: Zusammenarbeit mit Massimo Morozzi und C.T. Castelli (CDM) (bis 1981); Primärdesign und Farbkonzepte
- 1979: Compasso d'oro (auch 1987)
- 1983: Direktor der Domus Academy (bis 1987); Chefredakteur von Modo
- 1984: Buch La casa calda
Produkte
- 1980: Stuhl Ginger für Alchimia
- 1982: Sauciere Labrador
- 1986: Sessel und Sofa Berlino für Zanotta
- 1992: Wasserkessel Mamma-ò für Alessi
Design Beispiel: Out_Time für Alessi
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