Bonetto, Rodolfo

Bild Industriedesigner

Im Gegensatz zu den zahlreichen italienischen "Architekten-Designer" ist Rodolfo Bonetto einer der wenigen ausschließlich Designer. Er absolvierte kein Architekturstudium, allerdings auch keine Designerausbildung. Zum Designer kam er autodidaktisch, nachdem er bereits eine internationale erfolgreiche Karriere als Jazzschlagzeuger hinter sich hatte. Kaum ein anderer kämpfte so leidenschaftlich für seine Vision einer Designkultur. Immer ging es ihm um den Prozess, den er fest in dem der industriellen Serienfertigung verankert sah. In Kooperation mit dem Auftraggeber das optimale Ergebnis zu erzielen und dabei dem Produkt eine kulturelle Würde zu verleihen - nichts weniger als solch ein hohes Ziel verfolgte Rodolfo Bonetto, ob er als Designer oder als Repräsentant namhafter Designerinstitutionen. So plausibel, dass er gerade Marco Zanuso und Marcello Nizzoli als seine geistigen Lehrer betrachtete. Auch sie entwickelten ihre Vorstellungen von Industriekultur in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen, für die sie arbeiteten. Nie hatte Bonetto Berührungsängste und entwarf auch scheinbar schnöde Produkte wie Messsysteme, sanitäre Anlagen und technische Geräte. Für Olivetti war er seit den 60er Jahren ein unentbehrlicher Berater für den Bereich der Gebrauchsmaschinen; im Centro Stile Fiat entwarf er den Motor Fire für den Uno und für Borletti Veglia Messgeräte für Autos und seinen ersten größten Erfolg, den unprätentiösen Wecker Sfericlock, bei dem jedem konstruktiven Element mehrere Funktionen zugeteilt waren. Kaum etwas, das nicht von Bonetto gestaltet wurde: vom Phonogerät über Musikinstrumente bis hin zu Möbeln. Dem Auto aber gehörte seine besondere Liebe. In der Werbstatt Pinifarinas hatte er Mitte der 50er Jahre seine Laufbahn als Designer gestartet, auf Anregung seines Onkels Felice Bonetto, der " Ironie des Schicksals " als Rennfahrer bei Carrera Messicana mit einem Lancia 3300 ums Leben kam.

*1929: Mailand
-1991: Mailand

- 1958: Eröffnung Designbüro
- 1961: Dozent für Produktdesign an der Hochschule für Gestaltung in Ulm (bis 1965)
- 1964: Compasso d'oro (auch 1967, 1970, 1979, 1981, 1984, 1991)
- 1971: Räsident der Associazione per il Design Industriale (ADI, bis 1973, auch 1979-1982)
- 1981: Präsident von ICSID (bis 1983)

Produkte
- 1969: Radio Magic Drum für Autovox
- 1976 Fernsehgerät Oyster
- 1979: Autoradio Tanga beide für Voxson
- 1980 Kaffeemaschine Casa Cimbalina für La Cimbali
- 1985: Registriermaschine für Sweda


Design Beispiel: Espressomaschine Casa Cimbalina für La Cimbali


Design Beispiel

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